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Revolutioniert Apple iPad den E-Book-Markt?
Verfasst von B. Bodemeyer

Nach der weltweit mit Spannung erwarteten Vorstellung des neuen Apple-Tablets am 27. Januar sind nicht nur Apple-Jünger und Technikverliebte begeistert, auch die Verlags- und Zeitungsbranche erhofft sich wichtige Impulse. Vom Internetzeitalter gebeutelt, wie wenige andere Branchen, suchen die Verlage verstärkt nach Lösungen, um die Flut an kostenlosen Internetinhalten in kontrollierte Bezahlangebote rückzuführen.
Nun könnte über die neue Hardware von Apple und den dazugehörigen Bookstore samt Bezahlmodell die Branche im neuen Jahrtausend ankommen: Zumindest eine Reihe großer amerikanischer Verlage steht bereits in den Startlöchern, um mit eigenen Angeboten, wie Zeitschriftenabonnements und ganzen E-Book-Sortimenten den Bookstore zu befüllen und am digitalen Publishing teilzuhaben. Die New York Times im E-Paper-Abo wird mit dem iPad plötzlich attraktiv und alltagstauglich. Krankten bisherige Digitaldevices entweder am zu kleinen Display (PDAs und Smartphones) oder an mangelnder Mobilität (schwere, unhandliche Laptops), so stößt das iPad genau in den unbesetzten Zwischenraum vor.
Leicht und kompakt genug, um das Gerät wie eine Zeitschrift einfach mitzunehmen, dabei leistungsfähig genug, um angenehmes Lesen, Surfen und Filmschauen zu ermöglichen – Apple vereint wieder einmal gekonnt vorhandene Techniken zu einem in der Kombination neuen, attraktiven Produkt. Kritiker bemängeln die schlechtere Lesbarkeit des Farbdisplays im Vergleich zu klassischen E-Book-Readern, wie dem Amazon Kindle, mit ihren monochromen eInk-Lösungen. Auch die mit 10 Stunden durchaus beachtliche Laufzeit des iPads kann hier nicht mit der stromsparenden Displaytechnik der reinen Reader mithalten. Dafür kann das iPad aber auch neben E-Books nahezu alle anderen Medien wiedergeben, auf beliebige Internetinhalte zugreifen und ganz nebenbei noch den persönlichen MP3-Player und Kalender ersetzen. Wie sich die neue Geräteklasse also im Vergleich zu reinen E-Book-Readern schlägt, werden erst die nächsten Monate zeigen.
Letztlich werden aber nicht technische Details, sondern das Gesamtkonzept aus Look&Feel, einfacher, intuitiver Bedienung und konsumentengerechtem Vertriebsmodell den Ausschlag für Erfolg oder Misserfolg einer Plattform geben. Und auf diesem Feld hat Apple bereits mehrfach ganzen Industriezweigen gezeigt, wie sich neue Märkte durch innovative Konzepte und Produkte erschließen lassen.
Weitere Informationen zum neuen iPad gibt es beispielsweise hier im Produktvideo.
http://www.youtube.com/watch?v=wwyRpAL4i-A
Abbildung: Courtesy of Apple

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